Windkraftdiskussion
Anmerkung:
Herr Moser ist Geschäftsführer der Gesellschaft, welche die Windkraftanlage bei
Windhaag betreibt. Er versuchte in seinem Leserbrief, die Einwohner von
Leopoldschlag zu überzeugen, dass
die Anlage, die in der Nähe von Leopoldschlag erichtet werden soll, niedlich
und harmlos ist. Mit meiner Antwort, die im Tips vom 20. Jänner 2010 (Woche 3)
veröffentlicht wurde, wollte ich nur feststellen, dass die Argumente sehr schwach und fadenscheinig sind und weder für noch gegen solche Anlagen argumentieren.
Die Argumentation von Herrn Johann Moser ist sehr eigenartig (Leserbrief
in der Tipsausgabe 2. Woche 2010).
Es genügt ihm die Aussage einer Person, Herrn Alfred Klepatsch, um festzustellen, dass es kein Lärmproblem gibt. Es gibt Menschen, denen es nichts ausmacht, wenn sie stundenlang einem monotonem Geräusch ausgesetzt sind, für andere ist das eine Folter. Herr Moser sagt uns übrigens nicht, ob die oben erwähnte Person der ehemalige Bürgermeister von Windhaag ist.
Der Besuch der Spörbichler im Windpark Eberschwang war sicherlich geplant, die Besuchten werden
daher die Anlage von ihrer angenehmsten Seite präsentiert haben. Der Besuch war wohl einmalig. Ich bezweifle, dass man auf Grund eines einmaligen, kurzen Besuchs feststellen kann, dass die Anlage keine akustische, optische und sonstige Belastung darstellt.
Bei der Beurteilung durch Künstler kann Herr Moser zumindest schon zwei Aussagen vorweisen.
Der eine Künstler, der mit einem Windpark kein ästhetisches Vergnügen verknüpft,
wird heftig kritisiert, der andere Künstler, dem dies gefiel, wird gelobt. Leider erfuhren wir nicht, wie lange der andere Künstler das Vergnügen genoss.
Sehr eigenartig ist aber die Aussage, dass die Belastungen - es gibt sie also doch - ja nur vorübergehend sind, denn nach 20 Jahren wird die Anlage abmontiert. Selbst bei unserer hohen Lebenserwartung sind 20 Jahre, das sind ca. 25 % der durchschnitlichen Lebensspanne, eine lange Zeit, vor allem für Kinder und junge Menschen. Mögliche Beeinträchtigungen können daher nicht ignoriert werden.
Der Abbau ist wohl wegen der Materialermüdung und den damit verbundenen Gefahren notwendig. Wie wir sehen, ist es aber schwierig, geeignete Plätze für Windparks zu bekommen. Ich frage mich daher, warum man die Anlage nicht wieder aufbaut. Liegt es daran, dass auch die Fundamente so beeinträchtig werden, dass sie zur Gänze erneuert werden müssten und dies wesentlich mehr kostete als die Errichtung an einer anderen Stelle. Wäre dann der ökonomische Erfolg für den Betreiber zu gering? Trifft dies zu, dann ist die Situation ähnlich wie bei Atomkraftwerken, der Betreiber kassiert und die Folgekosten trägt die Allgemeinheit.
(C) Wilfried Maschtera
4284 Tragwein, Fraundorf 2
erstellt am: 15. 1. 2010
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