Telekomregulierung


Herr Nemsic von der Telekom Austria (TA) äusserte in einem Interview der OÖN die Ansicht, dass der Telekombereich überreguliert ist. Als Kunde muss ich allerdings feststellen, dass dies nicht stimmt. Als Beispiel führe ich das Verhalten der TA an Hand ihres neuen Produkts Festnetz+Breitbandinternet+Mobiltelefonie zu EUR 19,90 an.

Es gibt nach wie vor das Produkt aonSpeed Basic, das im Internetbereich dem neuen Produkt entspricht, aber ein limitiertes Datenvolumen hat (3 GByte). AonSpeed Basic kostet aber mit Telefongrundgebühr EUR 33,90. Die Umstellung auf das neue Produkt wird nicht kostenlos ein, obwohl die TA nichts zu tun hat und nur einige Inforamtionen in den Kundendaten ändern muss.

Wer bereits ein teureres ADSL-Produkt hat, kann nicht ohne weiteres umsteigen. Er muss das bestehende Produkt praktisch kündigen und neu bestellen, es sind somit alle Installations- und Einrichtungskosten zu bezahlen. Ein ISDN-Anschluss muss auf das Standardtelefon (POTS) rückgebaut werden (zumindest EUR 150,--). Warum das sein muss, ist völlig unklar, denn eine Produktvariante für ISDN mit einem um EUR 11,-- höheren Preis wäre auf Dauer für die TA lukrativer.

Wer mit den Datenraten des neuen Produkts für Download|Upstream nicht das Auslangen findet und daher z. B. aonSpeed Flat 3Mbit wählt, bezahlt inklusive Telefongrundgebühr EUR 45,90, d. h. mehr als das doppelte, obwohl die Datenraten lediglich um 1 Mbps|128 Kbps höher sind.

Überhaupt werden Preissenkungen von der TA nicht generell weitergegeben. Die Kunde muss ein neues Produkt bestellen. Wer also nicht zufällig erfährt, dass sein Produkt durch ein neues, billigeres ersetzt wurde, das sich vom alten nur durch den Preis unterscheidet - es handelt sich also effektiv nur um eine Preissenkung - hat Pech gehabt. (So verhält sich eigentlich nur ein Quaismonopolist.)

Es gibt also noch viel zu regulieren, vielleicht nicht aus der Sicht der Radio- und Telekom Regulierungsbehörde, aber aus der Sicht der Kunden. Grundsätzlich soll es möglich sein, jedes ADSL-Produkt ohne Festnetztelefon bestellen zu können, der Preis ist um die Telefongrundgebühr zu reduzieren. Weiters ist eine Infrastruktur aufzubauen, in welcher der Netzwerkzugang in der Verfügungsgewalt des Endbenützers liegt, so dass die Diensteanbieter bei der Herstellung einer Leitung zum Kunden nicht auf eine Dienstleistung eines Konkurrenten angewiesen sind. Letzteres ist besonders für den ländlichen Raum wichtig, in dem es trotz der erfolgreichen Breitbandinitiative weniger preisgünstige Alternativen gibt als in der Stadt.



(C) Wilfried Maschtera
4284 Tragwein, Fraundorf 2

erstellt am: 7. 12. 2007
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