Regionalprodukte


In der Ausgabe der OÖN vom 17. 9. 2005 warb Landesrat Stockinger mit den üblichen Schlagworten "Reduzierung der Verkehrslast", "Klimaschonung", "Qualität" für den Kauf regionaler Lebensmittel.

Die regionale Herkunft sagt bezüglich Qualität wenig aus, sofern man nicht unterstellt, dass "woanders", vor allem im Ausland, die Qualität der Produkte auf jeden Fall schlechter ist als die der regionalen Produkte. Ansonsten kann die Qualität nur beurteilt werden, wenn man den Betrieb des Produzenten wirklich gut kennt. Auch in der eigenen Region gibt es Massenproduktion. Weiters soll es auch vorkommen, dass Produkte ungeachtet ihrer Qualität und Herkunft "regionalisiert" werden.

Klimaschonung und Transportbelastung müssen ebenfalls näher betrachtet werden. Allein für Tierfuttermittel importiert Österreich jährlich ca. 600.000 Tonnen Soja (http://www.wwf.at/News/news264/index.html), den weitaus größten Teil davon aus Brasilien. Mit diesen Importen werden nicht nur die Großgrundbesitzer in den Produktionsländern unterstützt, sondern auch ein enormer Transportaufwand erzeugt. Es ist also durchaus möglich, dass ein Import brasilianischen Rindfleisches für die Gesamtenergiebilanz günstiger ist als die Erzeugung im eigenen Land. Erwähnt sei noch, dass 2004 in Brasilien für den Sojaanbau Urwald im Ausmaß der Fläche der Schweiz gerodet wurde (natur+kosmos, August 2005, S 16).

Die Aufforderung, regionale Lebensmittel zu kaufen, ist grundsätzlich richtig. Sie muss sich aber auch an die Produzenten dieser Lebensmittel richten. Ich freue mich schon auf ein entsprechendes Inserat von Landesrat Stockinger.



(C) Wilfried Maschtera
Tragwein, Fraundorf 2

erstellt am: 22. 9. 2005
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Anmerkung:
Dieser Leserbrief wurde von den OÖN nicht angenommen