Lokale Breitband-Projekte haben Chance auf Fördergeld




Die Neuerrichtung eines flächendeckenden und von Telekomgesellschaften unabhängigen Glasfasernetzwerks in OÖ. kostet laut Artikel 1,5 Milliarden EURO. Überlässt man die Ballungsgebiete und Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern Investoren, wird man mit ca. 1,15 Milliarden das Auskommen finden. Laut Artikel "Oberösterreich will bis 2022 flächendeckendes Breitband", 23. 9. 2014, erwartet sich das Wirschaftsreferat vom Bund insgesamt 170 Millionen EURO an Förderungen. 980 Millionen EURO wären also zu finanzieren.

Im o. a. Artikel vom 23. 9. 2015 werden die Gesamtkosten mit 1,7 Milliarden EURO angegeben. Die erhofften Förderungen von 170 Millionen EURO sind jetzt 30 % der benötigten Investitionssumme. Es wird nicht erklärt, warum die Investionskosten jetzt nur mehr rund 570 Millionen betragen, von denen noch 400 Millionen EURO durch das Land zu finanzieren sind.

Die flächendeckende Versorgung soll bis 2022 erreicht werden, die Finanzierung wird also zumindest auf sechs Jahre aufgeteilt. Je nach offenem Betrag, 980 bzw. 400 Millionen EURO, wären dies also im Durchschnitt jährlich 163 bzw. 67 Millionen EURO.

Obwohl die Kosten aus praktischen Gründen nur schwer gleichmäßig auf die Jahre aufgeteilt werden können, sollte man meinen, dass die Beträge bei einem jährlichen Budget von mehr als fünf Milliarden EURO vom Land finanziert werden können. Dies scheint nicht der Fall zu sein, denn die Gemeinden werden jetzt animiert, selbst Projekte zu entwickeln und Investoren zu suchen. Bei Erfolg gibt es dann Unterstütztung durch das Land.

Dies ist überraschend, weil von der Politik immer betont wird, wie wichtig Breitband für den Wirtschaftsstandort OÖ. ist und dass OÖ. sowieso praktisch in allen Belangen das beste Bundesland ist und es auch im Breitbandbereich sein will. Es wird der Eindruck erweckt, dass die Finanzierung der o. a. Beträge durch das wirtschaftsstarke OÖ. durchaus möglich ist und auch der Wille besteht, dies zu tun. Das dürfte also nicht der Fall sein. Es wäre also angebracht, offen zu sagen, was geschehen soll, wie hoch die Kosten dafür sind und wie die Finanzierung erfolgen soll. Die Webseite der Breitbandoffensive www.tzs.at wäre dafür ein geeignetes Medium.

Noch eine Bemerkung zu den Gemeindeprojekten: prinzipiell begrüße ich das, ich habe dies auch dem Breitbandbeauftragten und einem Mitarbeiter von LR Strugl vorgeschlagen. Es geht allerdings aus der Zeitungsmeldung nicht hervor, ob diese Unterstützung auch dann gemäß Förderrichtlinen möglich sein wird, wenn lt. Breitbandatlas bereits ein Next Generation Access Network existiert. Die Gemeinden müssen das wissen, denn die Erstellung und Einreichung eines Projekts verursacht Kosten,



(C) Wilfried Maschtera
4284 Tragwein, Fraundorf 2

erstellt am: 25.03.2015
Geändert am:

Anmerkung:
Kommentar zu "Lokale Breitband-Projekte haben Chance auf Fördergeld", erschienen in den OÖ. Nachrichten am 25. März 2015. Ursprünglich war der Text als Leserbrief gedacht. Um ihn zu verstehen, muss man doch mit der Materie etwas vertraut sein. Daher wird der text nur hier veröffentlicht.

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