"Lärmschutz und Kreationismus"
Seit einigen Wochen, genauer, seit ca. 25. Oktober 2006, werden von Hiesl,
Asfinag etc gefordert, Grenzwerte wieder hinaufzusetzten, Tunnels zu
vermeiden, den Bau von Lärmschutzwänden einzuschränken, weil sonst
Straßenbauprojekte zu teuer und nicht mehr realisierbar sind. (Ich
bin darauf in einem Diskussionsbeitrag eingegangen - siehe unten).
Die Diskussion über die Lärmschutzwände wurde auch vom Tourismus aufgegriffen,
denn "man sieht ja unsere schöne Landschaft nicht mehr". Für mich zeigt diese
Diskussion, dass der Kreationismus, bzw. die aus ihn entstehende
Geisteshaltung - der Mensch ist das Maß aller Dinge - immer noch dominiert.
Da wird darauf hingewiesen, dass Lärmschutzwände nur für Reh und Hase
gebaut werden und dass dies nicht notwendig sei, weil sich die Tiere, wie
man feststellte, an den Lärm gewöhnen. (Interessanterweise gewöhnt sich
das Säugetier Mensch nicht daran, für ihn müssen nach wie vor
Lärmschutzwände geschaffen werden.) Man ignoriert völlig, dass viele
Lebewesen lärmempfindlicher sind als der Mensch. Da sie denn Lärm auch
nicht beeinflussen können, müßte eigentlich der Mensch für sie Sorge
tragen, d. h. eigentlich müssten alle Autobahnen und viele andere Straßen
durchgehend mit Lärmschutzwänden ausgestattet werden. Der Tunnelblick, der
auch als Argument gegen Schutzwände verwendet wird, ist meines Erachtens nach
kein Problem, denn der Blick wird nicht eingeengt und quasi auf einen Punkt
konzentriert, sondern ist nach oben aussen offen.
Den Tourismusmanagern wird empfohlen, sich mit einem anderen Problem zu
beschäftigen. Ohne gute Ortskenntnisse ist es nicht mehr möglich abseits
der Haupstraßen durch das Land und in die Orte zu fahren. Immer wieder
wird man von den Verkehrszeichen zur Autobahn "gedrängt". Das nervt
Touristen wirklich.
In dem Eingangs erwähnten Artikel wurde gefordert, den Grenzwert für
Lärm von 60 auf 65 DB anzuheben. Meine Reaktion darauf wurde zwar
veröffentlicht, aber ab den Hinweis auf Hiesl gestrichen:
Ich habe den Eindruck, dass dieser Artikel die Angelegenheit
bewusst verharmlost, es geht ja nur um 5 dB. Eine Steigerung
von 60 auf 65 dB bedeutet aber, dass der Ausgangswert nicht um
das 1,08fache, sondern um das 3,16fache erhoeht
wird. Das bedeutet, dass die Anrainer den 3fachen Laerm in
Kauf nehemn muessen.
Auch die Bemerkung, ".. die Deutschen schlafen um nichts
schlechter als wir" ist nicht sachlich. Woher weiss Hiesl
das? Wie schaut seine eigene Wohnsituation aus? Wie
veraendert sich diese Situation mit dem Bau des Muenzbacher
Zubringers?
Es geht darum, die Kosten zu senken. Auch die vermehrten
Hinweise, dass Laermschutzeinrichtungen nur fuer Reh und Hase
gebaut werden, ist ein Indiz dafuer.
MfG, Wilfried Maschtera
PS: Ich bin der Meinung, dass alle anderen Lebewesen, von
denen viele laermempfindlicher sind als der Mensch,
mindestens genau soviel Recht auf Leben haben wie der
Mensch. Sie haben daher auch Anspruch auf Laermschutz,
vor allem dann, wenn sie den Laerm nicht verursacht
haben und ihn auch nicht beeinflussen koennen.
(C) Wilfried Maschtera
Tragwein, Fraundorf 2
erstellt am: 27. 12. 2006
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