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Kinderlose_lserbrief.mail
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From wilfried.maschtera@maschtera.at Wed Jan 19 16:16:06 2005
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Date: Wed, 19 Jan 2005 16:16:06 +0100
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From: Wilfried Maschtera <wilfried.maschtera@maschtera.at>
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To: leserbrief@oon.at
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Subject: Leserbrief Kinderlose
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Message-ID: <20050119151606.GA2597@alitrw61.maschtera.at>
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Da ich nicht weiss, welches Format Sie bevorzugen,
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sende ich den Brief als Text- und als Pdf-File.
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MfG, Wilfried Maschtera
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  Kinderlose
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Seit Beginn der Diskussion über die Finanzierbarkeit der
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Sozialleistungen werden Kinderlose immer häufiger als Sozialschädlinge
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bezeichnet und heuchlerisch für ihre Kinderlosigkeit bedauert. Die
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meisten Leserbriefschreiber zu diesem Thema sehen sich selbst aber als
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Märtyrer und nicht als mit Kinderglück gesegnete Menschen.
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Die "Kritiker" übersehen wesentliche Faktoren:
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Kinderlose tragen zur Erhaltung und Finanzierung des Systems bei. Z. B.
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hängt die Höhe der Krankenversicherung vom Einkommen und nicht von der
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Anzahl der Versicherten ab. Die Kinderlosen finanzieren also die durch
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Krankheit in Familien verursachten Kosten mit.
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Kinderlose nehmen beträchtliche Sozialleistungen des Staats nicht in
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Anspruch. Sie verursachen auch im Alter keine höheren Kosten als
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Personen mit Kindern. Eine Kleinfamilie ist nicht in der Lage,
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Pflegebedürftige Rund um die Uhr zu betreuen und muss daher die Dienste
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entsprechender Einrichtungen in Anspruch nehmen.
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Welche Folgen hätte es, wenn alle Kinderlose Kinder in die Welt gesetzt
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hätten bzw. setzten? Bei gleichbleibenden Steuersätzen würden die
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Steuereinnahmen geringer, der Anteil pro Kind z. B. für Bildung und
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somit die Bildungsqualität würde sinken. Pensionsbeiträge gingen ebenso
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zurück, die Anzahl der Frauen mit Anspruch auf Ersatzzeiten für
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Kindererziehung würde steigen.
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Zur Erhaltung des Standards müssten die Abgaben erhöht werden. Da es ja
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kaum mehr Kinderlose gäbe, bliebe nur die höhere Besteuerung aller oder
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jener, deren Kinder steuerrechtlich gesehen, keine Kinder mehr sind.
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Kinderlose tragen positiv zur Gemeinschaft bei. Sie spielen jene Rolle,
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die in den früheren Großfamilien die unverheirateten, kinderlosen
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Familienmitglieder Inne hatten. Ein ausgewogener Anteil an Kinderlosen
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an der Gesamtzahl der Familien ist durchaus sinnvoll.
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Steigender individueller Wohlstand bei wachsender Bevölkerung wird auf
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Dauer nicht funktionieren. Ein hoher Standard für alle Weltbewohner kann
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nur dann gehalten bzw. erreicht werden, wenn die Bevölkerung - auch in
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den reichen Ländern - schrumpft. Die Folgen von Überbevökerung und
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Wohlstand sind bekannt. Um diese zu vermeiden, müssen bis zur Erreichung
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eines neuen Gleichgewichts in der Alterstruktur die Unannehmlichkeiten
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des Schrumpfungsprozesses in Kauf genommen werden.
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Die Kinderlosen wollen weder Mitleid und Bedauern, aber auch keine
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Diskriminierung und Verfolgung.
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Dr. Wilfried Maschtera, Tragwein, Fraundorf 2
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