Golf und Naturschutz


Die Auffassungen des Vorstands des Vereins Aisttal-Golf bezüglich Golf und Naturschutz, wie sie in einer der letzten regionale Ausgaben von Tips formuliert wurden, muten eigenartig an. Danach ist Golf aktiver Natur- und Umweltschutz und schafft und sichert zusätzlich Arbeitsplätze.

Meines Wissens nach erfordert die Anlegung eines Golfsplatzes umfangreiche Erdbewegungen. Es werden speziell zusammengesetzte Erdschichten aufgebracht, die sicherstellen sollen, dass der Platz auch nach starken Regenfällen bespielbar ist und das Wachstum unerwünschter Pflanzen möglichst unterbunden wird. Ein Golfplatz ist, aus der Sicht der Natur gesehen, prinzipiell steril.

Regnet es zuwenig, dann muss der Platz bewässert werden, um ein ausdünnen des Rasen zu verhindern. Der Rasen wird zumindest einmal am Tag gemäht, bei guten Wachstum auch zweimal. Da dies nicht händisch geschieht, gibt es entsprechende Emissionen. Es ist kaum anzunehmen, dass man die sich ev. doch ansiedelnden unerwünschten Pflanzen manuell oder mechanisch bekämpft. Es ist zu befürchten, dass in größerem Ausmaß Herbizide eingesetzt werden. Es gibt zwar Richtlinien für ökologischen Golfplatzbau, doch dürfte es keine Fachleute und Betreiber geben, welche diese Richtlinien auch umsetzen können und wollen (www.golfforum.de/dynasite.cfm?dssid=2918[text/html).

Golf ist, wie vorher Tennis, auf dem Weg von einem Exklusivsport zum Massensport. Das hat zwar ökonomische Auswirkungen, trotzdem muss bezweifelt werden, dass es zu dauerhaften Auswirkungen in der Nähe des Golfplatzes kommt. Die Golfer werden ihre Getränke und Speisen im Klublokal konsumieren und wieder abreisen. Das schafft nur wenig Arbeitsplätze, auch wenn man das Personal zur Pflege des Golfplatz mitzählt.

Diese Aussagen treffen auch für die Einrichtungen anderer Sportarten zu. Es ist allerdings ein Unterschied, ob z. B. ein paar Tennisplätze oder ein paar Golfplätze angelegt werden.

(C) Wilfried Maschtera
4284 Tragwein, Fraundorf 2

erstellt am: 27. 8. 2006
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