Ethikunterricht


Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass in OÖ. das Zeitalter, in dem der Landesherr die Religion seiner Untertanen bestimmte, doch noch nicht zur Gänze vorbei ist. Der Landeshauptmann will für jene, die sich vom Religionsunterricht abmelden, das Pflichtfach Ethik einführen, wohl mit der Erwartung, wie es in den OÖN vom 23. 12. 2006 formuliert wurde, dass sich dann kaum noch jemand abmelden wird. Anders ausgedrückt, Schüler und Schülerinnen werden mit sanften Zwang wieder in den konfessionellen Religionsunterricht gedrängt. .

In Österreich ist der Religionsunterricht tabu. Auch die Unternehmer, die ja sonst vehement eine Anpassung des Pflichtschulunterrichts an die Bedürfnisse der Wirtschaft fordern, schweigen zu diesem Thema. Dies ist insofern auffällig, weil es ja gerade im Zuge der Globalisierung besonders wichtig wäre, dass die Mitarbeiter über die Sitten und Bräuche - vor allem der religiösen - der internationalen Geschäftspartner Bescheid wissen.

Es ist nicht Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass Schüler und Schülerinnen am konfessionellem Religionsunterricht teilnehmen, es ist vielmehr Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass die jungen Leute bereits in der Pflichtschule über die verschiedenen Religionen, aber auch über Agnostizismus und Atheismus objektiv unterrichtet werden. Sie sollen dann auch ethisch soweit gebildet sein, dass sie andere Religionsmeinungen und -ansichten, wenn sie sie schon nicht akzeptieren, zumindestens respektieren.

Den Religionsgemeinschaften steht es selbstverständlich frei, ihren Mitgliedern Unterricht anzubieten. Falls diese Gemeinschaften nicht in der Lage sind, ihre Mitlgieder zur Teilnahme zu motivieren, dann sollen sie die Gründe dafür erforschen und entsprechend reagieren und nicht das Ausweichen auf politische Maßnahmen in Erwägung ziehen, um die Teilnahme am Unterricht zu erreichen.



(C) Wilfried Maschtera
Tragwein, Fraundorf 2

erstellt am: 23. 12. 2006
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