Energiesparen I


Regelmäßig versorgen uns die Medien mit Energiespartyps. Themen und Inhalt sind im Prinzip immer gleich. Besonders beliebt sind die Energiesparlampen. Es wird uns quasi suggeriert, dass "Lamperltauschen" alle unsere Probleme löst, wir auf nichts verzichten müssen und uns auch ungehemmt weiter vermehren können, wie tatsächlich einmal angeführt wurde.

Alle Energiespartyps haben ein gemeinsames Merkmal. Es fehlen Angaben darüber, wieviel Energie investiert werden muss, bevor Energie gespart werden kann. Wieviel Energie wurde bereits verbraucht, bis die Energiesparlampe bei mir im Haus ist? Wieviel Energie ist notwendig, um ein Haus in ein Passivhaus umzuwandeln? Wieviel Energie wird zur Erzeugung eines "umweltfreundlichen" Autos verbraucht?

Vielleicht würden wir feststellen, dass eine Glühlampe erst dann ersetzt werden soll, wenn sie nicht mehr funktioniert. Auch müssten wir dann prüfen bzw. die Frage stellen, ob der vorweggenommene Energieverbrauch für Passivhäuser, neue Autos etc. nicht dazuführen kann, dass der Energieverbrauch insgesamt einen kritischen Punkt überschreitet und die Energiesparmaßnahmen kontraproduktiv sind, besonders, wenn sie innerhalb kurzer Zeit realisiert werden. .

Es scheint, als ob es beim Energiesparen nicht mehr um die Milderung der Folgen des Klimawandels, sondern nur mehr um den Umsatz geht. Informationen über den vorgezogenen Energiekonsum würden das Geschäft nur stören. Weitere Indizien für diese Annahme sind der Ruf des Autohandels nach Verschrottungsprämien, Forderungen der Stromverteiler nach aggressivem Ausbau der Wasserkraft, um das Klima zu schützen, unvollständige bzw. sogar falsche Informationen über die Finanzierung bzw. Förderung von alternativen Methoden der Energieerzeugung durch Berater.

Das eigentliche Problem, die Überbevölkerung, wird nicht erwähnt. In wenigen Jahren wird es auf der Erde sieben Milliarden Menschen geben. Unsere Probleme wurden von den reichen Ländern verursacht, in denen derzeit "nur" eine Milliarde Menschen leben. Durch simple Energiesparmaßnahmen und effizientere Energienutzung soll es möglich sein, die Folgen des Klimawandels innerhalb kurzer Zeit abzuschwächen und den Lebensstandard der reichen Länder auf die gesamte Weltbevölkerung auszudehnen?

Ohne Regulation des Bevölkerungswachstums wird keine Maßnahme erfolgreich sein. Da dies eine entsprechend lange Zeit in Anpsruch nehmen wird, sind begleitende Maßnahmen, wie effiziente Energienutzung, verbunden mit steigenden Preisen, sowie Konsumverzicht als kurzfristiges Mittel, notwendig. Da aber unser Wirtschaftssystem auf den Säulen "Bevölkerungswachstum" und "Wachstum des Individualkonsums" basiert, wird sich dies negativ auf den Lebensstandard auswirken. Daher ist zu bezweifeln, dass entsprechende und wirkungsvolle Aktionen gesetzt werden, die Menschen haben sich entschlossen, die Sackgasse ihrer Entwicklung zu betreten.



(C) Wilfried Maschtera
4284 Tragwein, Fraundorf 2

erstellt am: 6. 5. 2008
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