Elektrofahrräder




Frau Christiane Jogna (Leserbrief vom 13. 10. 2010 in Tips Freistadt) kann meine Argumente bezüglich Elektrofahrräder zwar nicht nachvollziehen, unterstützt aber mit ihrem Argument, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen Voraussetzung ist, dass Elektromobilität tatsächlich im Kampf gegen die Klimaerwärmung einen Vorteil bringt, meine Ansicht.

Biomasse ist nur dann emmissionsfrei, wenn mehr Pflanzen nachwachsen als destilliert oder verbrannt werden, wobei der Zeitraum zwischen Freisetzung und neuerlicher Bindung der Emissionen möglichst gering sein muss (dies gilt analog für alle Produkte, die zwecks Klimarettung gekauft werden sollen). Ersteres mag auf Österreich zutreffen, weltweit wohl kaum. Im Gegenteil, die Regenwälder in Nordamerika und in den Tropen verschwinden, teilweise sogar durch Brandrodung. Wälder werden abgeholzt, um Palmöl für europäische Biokraftwerke zu erzeugen. Durch die Klimaerwärmung gestresste Pflanzen binden weniger CO2 als gesunde Pflanzen.

Wenn ich ignoriere, dass die Errichtung und der Betrieb von Wasser- und Windkraftwerken mit Emissionen belastet ist, dann bleiben zumindest zwei saubere Energieformen. Windkraftwerke verschandeln allerdings die Landschaft und schaffen ein neues Entsorgungsproblem, das nicht gelöst ist und in Deutschland in wenigen Jahren akut wird. In Österreich gibt es nur mehr wenige Strecken freifließender Flüsse. Die Stromproduzenten verlangen mit dem Argument des Klimaschutzes bereits ihre Verbauung (Umweltschutz durch Umweltzerstörung!). Ich habe nicht den Eindruck, dass die Grüne Partei viel Widerstand leisten wird.

Österreich hat einen relativ großen Anteil an sauberen Strom in der Gesamterzeugung. Dieser Anteil sinkt aber in den Wintermonaten auf unter 10 %. Weltweit wird man noch jahrzehntelang Strom, auch den für Elektrofahrzeuge, mit Hilfe fossiler Energieträger und der Atomkraft erzeugen. Jedes Elektrofahrzeug trägt daher zum CO2-Ausstoß bei. Den Anteil kann sich jeder ausrechnen, auf dem Energiebezirksfest in Pregarten habe ich gelesen, dass 1 l Diesel (=10 KWh) ca. 3,3 KWh Strom ergibt.

Frau Jogna geht davon aus, dass neue Transportmittel auf jeden Fall positiv sind. Dies kann ich nicht nachvollziehen. Abgesehen davon, dass z. B. Segways in größerer Anzahl in der Stadt auf Grund ihrer Geschwindigkeit sogar gefährlich sind und mehr Platz brauchen als ein Fußgänger, ersetzen sie kaum ein Kfz, sondern werden statt des Fahrrads oder der eigenen Beine benützt. Das ist nicht klimafreundlich. Frau Jogna erwähnt, dass sie mit ihrem Elektrofahrrad bereits 4000 km zurückgelegt hat. Wieviel von diesen 4000 km wurden früher mit einem Kfz bzw. mit dem Fahrrad zurückgelegt? Die Frage, wieviel km, abzüglich der in der Freizeit gefahrenen km, Frau Jogna zurücklegen muss, um die für Produktion ihres Elektrofahrrads verwendete Energie und die erfolgten Emissionen zu kompensieren, wird sie nicht beantworten können, weil die dafür notwendigen Daten nicht publiziert werden. Wir sollen schließlich kaufen und nicht analysieren und vergleichen.

Elektrofahrzeuge als Fahrradersatz oder für Freizeitaktivitäten sind klimaunfreundlich. Auch Elektromotoren geben Wärme ab und leisten einen Beitrag zur Klimaerwärmung, mag die verwendete Energie noch so sauber sein.

Niemand traut sich heute, die Einstellung der Jännerralley zu verlangen, auch die Grüne Partei nicht. Der Vorschlag, die Ralley gewissermaßen auf Elektrorennfahrzeuge umzustellen, ist absurd. Die Logistik für Fahrer und Zuschauer erfolgt nach wie vor konventionell. Möglicherweise wird für den Propagandafeldzug mehr Energie verbraucht als durch die Elektrofahrzeuge tatsächlich eingespart wird. Mit diesem Vorschlag soll wohl nur das Grüne Gesicht gewahrt werden. Nebenbei bemerkt, die Vorgänge um diese Ralley sind ein Hinweis, dass es nicht gelungen ist, Umwelt- und Naturschutz dauerhaft in den Menschen "zu verankern". Vor ca. 30 Jahren war es kein Problem, die damalige Ralley zu Fall zu bringen.

Das Klimaproblem wird durch all diese Maßnahmen nicht gelöst, sondern nur kosmetisch verändert. Das eigentliche Problem ist die enorme Überbevölkerung der Erde. Kein Politiker traut sich aber, auch nur anzudeuten, das dieses Problem gelöst werden muss. Es wird sich wohl von selbst lösen.

(C) Wilfried Maschtera
4284 Tragwein, Fraundorf 2

erstellt am: 15. 10. 2010
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