Im Dickicht des Digitalen
"Die Nutzer des Netzes müssen daher misstrauischer werden" lautet der erste
Satz des letzten Absatzes im Artikel "Im Dickicht des Digitalen", 14.2.2015.
Menschen, die nicht von Natur aus misstrauisch und jeder Neuerung ablehnend
gegenüberstehen, müssen aber erst darauf hingewiesen werden, dass bei
der Nutzung des Netzes Vorsicht geboten ist, d. h. die Medien sollen oder
müssen entsprechend informieren. Anders ausgedrückt, sie müssen erst
einaml misstrauisch gemacht werden.
Die Leser werden zwar, z. B., ausführlich über den Sportsektor informiert,
Themen, welche das Netz und seine Nutzung betreffen, werden, wenn überhaupt,
nur am Rande gestreift. Wer sich informieren will, muss auf ausländische
Nachrichtendienste ausweichen.
Ich weise auf einige wichtige Themen hin:
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welche Verpflichtungen werden akzeptiert, wenn Dienste von Google & Co.
verwendet werden. Kaum jemand liest das Kleingedruckte. Ein Ausschnitt
aus den Geschäftsbedingungen von Google (siehe unten) oder Hinweise auf
Schrems Max, Kämpf um deine Daten, und ähnlicher Literatur könnten
Aha-Erlebnisse hervorrufen. Auch die Firma Runtastic, die, weil
oberösterreisch, gepriesen wird, war für den Springerverlag nur wegen
der Datensammlung interessant.
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Warum akzeptieren die meisten Menschen, dass ihnen Apple, Google etc.
vorschreiben, was sie mit bzw. auf ihrem Smartphone oder Tablet tun dürfen?
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Die totale Überwachung der Menschen insbesondere durch die Five Eyes, USA,
Großbritannien, Neuseeland, Australien und Kanada. Stichworte: Snowden,
Glenn Greenwald (Auswirkung auf den Journalismus), NAS,GCHQ,..
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Netzneutralität, was ist das eigentlich? Besteht die Gefahr, dass das
Internet wie das klassische Telefonnetz unter die totale Kontrolle der
Telekomgesellschaften gerät? Wie wird sich das auf uns auswirken?
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Die Vorratsdatenspeicherung wird nach jedem Vorfall gebetsmühlenartig von
Politik und Polizei gefordert, Jeder wird verdächtigt, obwohl mit der
Vorratsdatenspeicherung zumindest bisher Attentate nicht verhindert wurden.
Nebenbei bemerkt, die Vorratsdatenspeicherung ist keineswegs ein Klacks im
Vergleich zur Vorgehensweise von Facebook.
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Die Remonopolisierung der A1 wird durch die Politik gefördert. In vielen
Bereichen des ländlichen Raumes gibt es jetzt wieder nur die Infrastruktur
der A1 und somit praktisch keinen Wettbewerb. Die Förderrichtlinien für
die neue Breitbandoffensive, in OÖ. Strategie2020 genannt, werden dies nicht
verhindern.
Ich gehe davon aus, dass die Themen den Journalisten bekannt sind und die
Medien auch keine Genehmigung einholen müssen, über diese Themen zu berichten.
Mangeldes Interesse der Leser kann es auch nicht sein, denn es ist Aufgabe
der Medien, dieses Interesse zu wecken. Warum ist die Berichterstattung über
das Netz und seine Probleme dann so dürftig?
(C) Wilfried Maschtera
4284 Tragwein, Fraundorf 2
erstellt am: 19.02.2015
Geändert am:
Auszug aus Googles Geschäftsverbindungen, Version vom 7. April 2014:
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Anmerkung:
Leserbrief zum Artikel "Im Dickicht des Digitalen" in den OÖN vom 14. 2. 2015.
Der Text wurde auch an den Verfasser des Leitartikels, Mandlbauer, gesendet.
Der Lesebrief wurde nicht veröffentlicht und auch von Mandlbauer nicht
beantwortet. der besondere Gag; ca. drei Wochen später wurden Newsletter
mit einer Optout-Möglichkeit versendet, was gewissermaßen ein Widerspruch
zum Inhalt des Artikels ist. Aufforderungen an die OÖN., mich von der Liste
zu streichen, wurden ignoriert.
Der Artikel ist unter fs:~/kommentare/ Im_Dickicht_des_Digitalen.ooen.pdf
gespeichert.