Wilfried Maschtera
Wilfried.Maschtera@tragwein.at 15. Juni 2014
Herrn
Wirtschaftslandesrat
Michael Strugl
LR.strugl@ooe.gv.at
Sehr geehrter Herr Landesrat!
Meine Kritik betrifft nicht nur die Pressekonferenz.
Leserbriefe sind aber notgedrungen kurz. Es war daher nicht möglich,
ausführlich zu begründen. warum ich von "Geheimniskrämerei" gesprochen habe.
Meine Notizen unter dem Titel "Breitband in OÖ. - ein Rückblick" beginnen mit
dem Jahr 1993 und umfassen sechs Seiten. Sie sind für ein Antwortschreiben zu
lang, ich werde daher daraus nur einige Punkte aus den letzten Jahren hier anführen.
Zuvor möchte ich in Erinnerung rufen, dass ein Tragweiner
Projeketteam auf Grund meiner Initiative und unter meiner Führung für die Gemeinde Tragwein
einen schon sehr detaillierten Plan für ein Glasfasernetzwerk (Next
Generation Access Network) erarbeitet hat und zwar mit festgelegten Kabelwegen, erhobenen Bauarbeiten
und Materialbedarf und bewertet mit Preisen aus einem konkreten Angebot.
Sehr früh wurde auch der damalige Breitbandbeauftragte, Mag. Knierzinger,
über dieses Projekt informiert. Tatsächlich wurde das Konzept im April 2007
auch vom Büro LR Sigl angefordert. Trotz eines Gesprächs mit LR Sigl, das
ein Jahr später stattfand, und zwar erst auf Grund einer Inititative des
Projektteams, kenne ich bis heute nicht den Grund für die Anforderung.
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Förderungen im Rahmen der Initiative Breitbandausbau 2013 (bba2013):
Den Beilagen zur Sonderrichtline bba2013 musste ich damals entnehmen, dass die Gemeinde
Tragwein, wie die meisten anderen Gemeinden im urbanen Einzugsgebiet oder
Autobahnnähe auch, gar nicht förderungswürdig ist, weil es hier bereits ein
Next Generation Access Network gibt. Dies war eine Überraschung, weil von einem NGA bis heute
nichts zu sehen ist, wenn man von einem kleinen Bereich im Umkreis des Wählamts der TA
absieht. Um mögliche Kooperationen auszuloten, bemühte ich mich herauszufinden, wer
hinter diesem NGA steckt. Von der RTR lernte ich, dass auch reine Absichtserklärungen
akzeptiert wurden, die gewünschte Auskunft kann mir aber nur das Land OÖ.
geben. Die offizielle Auskunft des Büros Sigl lautete, dass mir nur die RTR
die Auskunft geben darf.
Zu diesem Punkt merke ich noch an, dass unter
http://www.tzs.at/aktuelles/breitband-offensive/foerderbare-massnahmen/
die alten Anlagen zur bba2013 angeführt sind. Bedeutet dies, dass sie auch
für die Strategie2020 gelten und die o. a. Gemeinden nach wie vor nicht
förderbar sind?
Der Breitbandatlas des BMVIT ist, zumindest was die Gemeinde Tragwein
betrifft, einfach falsch. Daher wäre es
immer noch interessant, mit dem Errichter des NGAs Gespräche zu führen.
Allerdings müssten dazu jetzt die Namen offengelegt werden, was jetzt nach Ende von
von bba2013 kein Problem sein sollte. Was spricht dagegen?
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Netzausbau im Rahmen der Initiative Breitbandausbau 2013 (bba2013):
In den Unterlagen zur bba2013 wurde die Errichtung von NGAs erwähnt, was
grotesk war, denn mit 5 Millionen EURO Fördermittel, zu denen das Land OÖ.
1,28 Millionen beitrug (die Sprungschanze im Eferdinger Becken war wesentlich
teurer), könnten bestenfalls Versorgungslücken im bestehenden Netzwerk
geschlossen werden. In der Kalenderwoche 21 gab es in den OÖN drei
Leserbriefe, in denen Beschwerden über die schlechten Internetverbindungen
geführt wurden (z. B.
http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/leserbriefe/Es-ruckelt;art11086,1395932),
Ich hatte den Eindruck, dass die betroffenen Gemeinden (Oftering, St. Georgen
am Walde ..) nicht einmal das Wenige haben, womit die Gemeinden im urbanen Einzugsgebiet
ausgestattet sind, obwohl der Breitbandatlas zumindest für Oftering etwas anderes sagt.
Das ist durchaus interessant. Wo kann ich nachlesen, welche Projekte im Rahmen
der bba213 in OÖ. durchgeführt wurden, auf www.tzs.at wurde ich nicht fündig?
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Strategie2020:
Am 23. 1. 2012 gab es eine Informationsveranstaltung in der Wirtschaftskammer,
in der auch die Erarbeitung des Konzepts Strategie2020, vorgestellt wurde.
Herr Kolmhofer appellierte an die Teilnehmer, ihm Anforderungen, Vorschläge
usw.
zu übersenden. Die Personen, die das getan haben, interessieren sich doch
sicherlich dafür, was mit ihren Beiträgen geschehen ist, ob sie angenommen
oder aus welchen Gründen sie abgelehnt wurden. Sie haben sicher auch das
Know How zum Verständnis des Konzepts und könnten Anregungen,
Verbesserungsvorschläge etc. einbringen. Falls der Personenkreis nicht allzu
groß war, hätte man durchaus einen Teil der Zeit zwischen der Übergabe des Konzepts an LR
Sigl Anfang Oktober 2012 und der Pressekonferenz am 25. 6. 2013 dafür
verwenden können. Man hat daher auf wertvolles Know How verzichtet. Das steht
im Gegensatz zu anderen Aktionen, wie der Agenda21, in der man die Leute
geradezu anfleht, ihr Wissen einzubringen und mitzuarbeiten.
Ich habe nicht übersehen,
dass in der Pressekonferenz die Strategie vorgestellt wurde.
Es geht aber klarerweise daraus nicht hervor, wie es zu diesem Konzept
gekommen ist, was innerhalb der erwähnten Phasen geschehen soll, welchen
Beitrag die Gemeinden und Endnutzer zu tragen haben etc.
Inzwischen müsste ja Klarheit über die Finanzierung
bestehen, sonst wird es nur schwer möglich sein, die Phase 1 bis 2016
abzuwickeln, sofern in dieser Phase nicht nur eine Verbesserung der zurzeit eingesetzten
Technik vorgesehen
ist. Gibt es keine Finanzierungsmodelle, dann wird man wahrscheinlich die Strategie
und ev. die Ziele ändern müssen.
Ich bin immer noch der Meinung, dass den Bürgern Informationen, auf die er auf
jeden Fall moralisch ein Recht hat,
vorenthalten werden.
Transparenz ist nicht erwünscht, im Gegenteil, die beiden Regierungsparteien
bemühen sich gerade, die Geheimschutzordnung inhaltlich zu erweitern. Meiner
Ansicht nach sollen daher dem interessiertem Bürger alle Unterlagen bürokratielos
zur Verfügung gestellt werden.
Herrn Gaigg habe ich im Dez. 2013 meine Ansicht zur Situation - inhaltlich in etwa im
gleichen Ausmaß wie dieses Schreiben -
mitgeteilt und dann in einem längerem Telefongespräch diskutiert. Seine
Antwort war identisch mit dem zweiten Absatz Ihres Schreibens.
Mit freundliche Grüßen
Wilfried Maschtera