Anbieter erhöht Tarife


Anlass: OÖN, 15. 2. 2012, Anbieter erhöht Tarife: Kunde darf kündigen, S 10

Dass die Kunden nicht wissen, dass sie ein ausserordentliches Kündigungsrecht haben, ist erstaunlich, denn in dem zweiseitigen Schreiben, in dem mich A1 über die Preiserhöhung informierte, wurde auf jeder Seite darauf hingewiesen, die Passagen sind kaum zu übersehen.

In diesem Zusammenhang gibt es allerdings ein gravierendes Problem. Ich kann zwar kündigen, habe aber keine Wahl. Die Konkurrenz der A1 gibt es nicht mehr oder ist nicht in der Lage, ihre Infrastruktur flächendeckend auszubauen (Kosten), oder benutzt die Infrastruktur von A1, was bezüglich Kosten und Qualität Unter- bzw. Obergrenzen festlegt, oder ....

So wie mir, dürfte es, besonders im ländlichen Raum, vielen gehen. Rund sieben Jahre nach der Ausschreibung für die erste Breitbandaktion existiert eine ähnliche Situation, wie vor dieser Initiative: kaum gleichwertige Mitbewerber und Bandbreiten bis max. 8 Mbps für das Standardprodukt, praktisch eine monopolähnliche Situation.

Die OÖ. Landesregierung hat es trotz entsprechender Hinweise verabsäumt, die Aktion fortzusetzen. Die unter dem Titel "Breitbandausbau 2013", eine Initiative des BMVIT, vor kurzem erfolgte Ausschreibung ist mit 5 Millionen EURO dotiert. Dies reicht höchstens, um die Situation in einigen oö. Gebieten, die noch schlechter versorgt sind, zu verbessern. Von diesen 5 Millionen stammen lediglich 1,28 Millionen vom Land OÖ., das, nur als Beispiel, die Sprungschanze im Eferdinger Becken mit 2,5 Millionen EURO finanziert (OÖN, 28. 9. 2011).

In naher Zukunft kann also nicht mit einer grundlegenden Verbesserung der Wettbewerbssituation gerechnet werden, daran ändern auch die Investition der A1 nichts. Die im Telekomgesetz geregelte Mitbenutzung von Verkabelungseinrichtungen und Leitungen ist eher wirkungslos. Setzen wir also unsere Hoffnungen auf die Breitbandstrategie 2020, die derzeit erarbeitet wird.



(C) Wilfried Maschtera
4284 Tragwein, Fraundorf 2

erstellt am: 15.02.2012
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